19.08.2026, 20:01
Vitoria war ein bisschen genervt vom Teufelssohn. Ja, sie kannten sich nicht perfekt oder sonstiges, aber wie hatte er sich das vorgestellt? Sie schmiedete immer ihre Gefühle hinein. Das fühlte ja keiner. Klar wusste sie das. Sie schaute ihn an. „Ich weiß. Trotzdem wäre es für den Auftrag wichtig. Keine Gravur? Ich meine, das ist einmalig“, sagte sie komplett professionell. Sie verengte die Augen. „Ich denke gar nichts, Mammon. Ich denke allgemein nicht darüber nach, mit wem ich Sex hatte oder mit wem nicht. Ich weiß, dass es nichts war. Das ist mir durchaus klar. Das ist mir egal, das Material. Dass es das Teuerste sein soll, kann ich mir notieren. Das klärt einfach nicht, was es sein soll. Ein Geschenk? Ein Andenken?“ Die Kristalldämonin glaubte ihm kaum, dass es ein Geschenk war – einfach so. „Ein Geschenk also...“, sagte sie. Sie neigte ihren Kopf. „Du würdest nicht zu mir kommen, wenn es nur irgendein Mädchen wäre. Ich bin nicht dumm, Mammon. Ich kann das auch in einem privaten Raum mit dir klären“, sagte sie und sprach extra leiser: „Wenn es nur irgendein Mädchen wäre, wärst du einfach ins nächste Schmuckgeschäft gegangen und hättest was gekauft, Mammon“, flüsterte sie. Sie kam ihm aber keinen Zentimeter näher. „Wie auch immer. Klar kriege ich das hin. Aber ich biete es nur einmal an, meine Erfahrungen zu teilen. Es ist mir recht egal. Ich bin keine Plaudertasche, genauso wenig wie du. Ich erzähle niemandem, was du mir heute sagst, aber wenn du nicht willst, dass ich was weiß, dann überlege ich mir das hiermit nochmals. Ich mache das nicht wegen Geld. Du weißt, ich mache das alles wegen des Tanzens“, meinte sie scharf und hatte einfach Angst, betrogen zu werden. Sie vertraute Mammon ja auch nicht viel. Sie wusste aber, dass er es niemandem gesteckt hatte. Sie hatte solche Angst, dass Geheimnisse sie wieder aufdecken und sie gejagt würde, doch sie zeigte es keine Sekunde. Sie war elegant, stur und doch gebrochen.

